Donnerstag, 18. September 2014

Kritik: "Verdammt, die Zombies kommen - The Return of the Living Dead"

"Verdammt, die Zombies kommen - The Return of the Living Dead" (1985), Regie: Dan O'Bannon


The Return of the Living Dead (film).jpg
"The Return of the Living Dead (film)". Via Wikipedia.

1985 markiert das Jahr, wo Zombies endgültig im Mainstream angekommen waren. Im Jahr zuvor hatten Michael Jackson und John Landis ihnen im Video zu Thriller das Tanzen beigebracht und in der Folge kamen in der zweiten Hälfte der 80er mehrere Komödien (u.a. Re-Animator, Die Nacht der Creeps, Blood Diner) in die Kinos, die sich der schaurigen Monster annahmen.

"The Return of the Living Dead" war dabei so ziemlich die erste Zombiehorrorkomödie und dabei auch noch zu einem finanziellen Erfolg wurde. Der Film selber jedoch, ist in der Rückschau bei weitem nicht so gut wie sein Ruf. 

In einem medizinischen Warenlager setzen zwei Arbeiter versehentlich ein militärisches Kampfgas frei, das die Toten zum Leben erweckt. Die Versuche, das Problem auf eigene Weise zu lösen führt dazu, dass sich alle Leichen des nahe gelegenen Friedhofs aus ihren Gräbern erheben. Das folgende Geschehen wird am besten mit einem Slogan deutlich, den sich Simpsons-Erfinder Matt Groening für einige Trailer des Films ausgedacht hatte: "Sie sind hungrig und sie sind keine Vegetarier!"

Gerade die erste Hälfte des Films wirkt leider reichlich unbeholfen inszeniert. "RotLD" war Dan O'Bannons erste Regiearbeit. Zuvor hatte er mit verschiedenen Drehbüchern ("Alien", "Das fliegende Auge") auf sich aufmerksam gemacht und war mitverantwortlich für John Carpenters Debütkultfilm "Dark Star - Finsterer Stern" gewesen; hier zeigte sich aber, dass er erhebliche Probleme in der Schauspielführung hatte, so dass die Leistung der Akteure zwischen Bauerntheater und passablem Trash schwankt. Komik durch manisches Agieren zu ersetzen funktioniert halt in seltensten Fällen. Ich hätte mir gewünscht, wenn der Film realistischer angefangen hätte und sich erst dann nach und nach in seine Albernheiten gesteigert hätte.

Nach der Hälfte des Films beginnen aber endlich die Witze zu zünden. Ein guter Gag löst den anderen ab und O'Bannon packt so viele phantastische Ideen in die Geschichte, dass es kein Wunder ist, dass der Film diverse Fortsetzungen hatte.

Die Zombies haben nicht viel gemein mit den lebenden Toten aus den Filmen von George A. Romero. Sie sind nicht nur so schnell und agil, wie ihre späteren Nachfahren in Filmen wie "28 Days later" oder dem "Dawn of the Dead"-Remake, nein, sie können sogar sprechen: Wenn mal nicht genügend lebendes Futter zur Hand ist, greifen sie daher schon mal zum Funkgerät und fordern: "Schickt....mehr....Cops!"

Während die Romero-Filme nicht nur gruseln wollen, sondern auch sozialpolitische Themen behandeln, will "The Return of the Living Dead" nur eins: Unterhalten.

Mit einigen Abstrichen gelingt ihm das auch. Als Partyfilm ist der Streifen jedenfalls voll und ganz zu empfehlen. Für zarte Gemüter ist "RotLD" vielleicht zu brutal; dass er jedoch lange Zeit indiziert war, ist dann aber doch übertrieben gewesen. Die Freigabe ab 16 Jahren geht absolut in Ordnung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen