Wenn man leicht fiebrig und mit einer kräftigen Erkältung in einem Hotelbett liegt, muss man sich mal eine ganz besondere Trashperle gönnen...
"Road House" (1989), Regie: Rowdy Herrington
"Road-house-poster" by May be found at the following website: http://www.bubbers.com/poster/586b4809. Licensed under Fair use via Wikipedia.
"Road House" kam zwei Jahre nach "Dirty Dancing" in die Kinos und man sieht an jeder schwitzigen Pore Patrick Swayzes, dass er hier mal nicht (nur) den heißblüten Lover geben will, sondern auch als wahrer Kerl wahrgenommen werden möchte.
Swayze spielt den Geschäftsführer/Rausschmeißer Dalton, der engagiert wird den Countrysaloon aus "Blues Brothers" etwas aufzuwerten und zu mehr Klasse zu verhelfen. Dummerweise ist die Stadt, in der sich die Bar befindet in der Hand eines waschechten Psychopathen (Ben Gazzara). Und so kommt es wie es kommen muss: Fäuste fliegen, Häuser explodieren und Kehlköpfe werden mit bloßer Hand herausgerissen.
Es ist überhaupt nicht verwunderlich, dass "Road House" einen gewissen Kultstatus erreicht hat. Man ist sich den ganzen Film über nicht sicher, ob die Macher den Film ernst meinen oder sich selbst parodieren wollen. Der Film ist die reinste Testosteronwerkstatt, produziert markige, teilweise frauenfeindliche Sprüche am laufenden Band und will die Frauenwelt dabei aber nicht verlieren, in dem er lasziv den Körper. inklusive des nackten Hinterns von Patrick Swayze und die Schambehaarung von Sam Elliot abfilmt. Es kann aber auch sein, dass ich die Intention völlig falsch verstanden habe und es sich um einen der subversiv-progressivsten Softcore-Actionporno-Schwulenfilme handelt, den Hollywood je gedreht hat...
(Eine kurze Google-Suche hat ergeben, dass tatsächlich vielen Menschen ein homoerotischer Subtext aufgefallen ist.)
Zum Ende des Films wandelt sich Patrick Swayze aus Rachemotiven zu einem Amokläufer. Der Film möchte eigentlich, dass man dies als heroisches Handeln auffasst, ich fand es jedoch reichlich befremdlich. Insbesondere irritiert, dass er den Obermotz schlussendlich aus Gewissensgründen NICHT tötet, obwohl er sich gerade durch die Reihen der inkompetenten Hilfsbösewichter gemetzelt hat. Aber keine Sorge, die Drecksarbeit wird ihm abgenommen. Wäre ja noch schöner, wenn in einem 80er Jahre Film von Produzent Joel Silver, der Bösewicht lebend davonkommt.
Ja, "Road House" ist absolut absurd. Aber in seiner Absurdität auch mächtig unterhaltsam. Und ein Film, von dem es heißt, dass Bill Murray jedes Mal den Ehemann von Hauptdarstellerin Kelly Lynch anruft, um ihm zu sagen, dass gerade die Sexszene seiner Frau mit Patrick Swayze im Fernsehen läuft, hat sich seinen Platz in der Filmgeschichte verdient.
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