Montag, 15. September 2014

Kritik: "Das Phantom-Kommando"

"Das Phantom-Kommando" (1985), Regie: Mark L. Lester


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Zwischen den Meisterwerken "Nur 48 Stunden" und "Stirb Langsam" produzierte Joel Silver einen Film mit Arnold Schwarzenegger als Papa von Alyssa Milano ("Charmed") in der Hauptrolle. Ach ja, ein amerikanischer Ex-Soldat, der in Ostdeutschland geboren wurde, ist er auch noch.
Als man ihm seine Teenietochter entführt, lässt Arnie den Rambo heraus und bringt kurzerhand 100 Leute um die Ecke.
Der Film fängt noch halbwegs realistisch an, um dann von Sekunde zu Sekunde absurder zu werden. Dies muss einer der ersten Filme gewesen sein, wo die Hälfte der Dialoge von Schwarzenegger alberne Einzeiler sind. Interessanter Weise ist dies jedoch einer der Filme von Arnold, wo er eine für seine Verhältnisse überzeugende Schauspielleistung bringt.
Leider ist der Showdown dann doch ziemlich langweilig gestaltet. Arnie läuft durch eine Art Soldatencamp, schießt alles kaputt, lässt die selben zwei oder drei Häuser und einen Wachturm ca. 7 mal nacheinander explodieren. Einzige Abwechslung ist der Moment, wo noch schnell ein paar Bösewichter mit Heugabel, Machete und Sägeblätter in ihre Einzelteile zerlegt werden.
Was den Film über den Durchschnitt hebt, sind die Schauspieler und die technische Handwerkskunst. Regisseur Mark L. Lester hatte drei halbwegs gute Jahre, die mit dem Streifen "Die Klasse von 1984" aus dem Jahr 1982 anfingen, der Stephen King Verfilmung "Der Feuerteufel" und eben "Phantom Kommando". Danach war es mit dem kurzzeitigen Ruhm auch schon wieder vorbei. Nicht jeder Regisseur wusste/weiß, wie man Arnold ordentlich in Szene setzt(e) und wie man mit seinen begrenzten Fähigkeiten umgeht. Mark L. Lester konnte es - wenn vielleicht auch nicht ganz so gut wie James Cameron oder Walter Hill.
Schauspieler Vernon Wells, der mit sichtlicher Freude den Bösewicht Bennett spielt, hatte sich schon zuvor mit einer Rolle in Mad Max 2 in der Kinogeschichte verewigt - seine schönste Rolle war aber wahrscheinlich die des Mr. Igoe in "Die Reise ins Ich" zwei Jahre nach diesem Film.

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